Januar 2026

Januar – ein leises Ankommen

Wir haben Januar. Heute, während ich diese Zeilen schreibe, ist es der 18. Januar. Für mich fühlt sich dieser Tag wie ein stiller Wendepunkt an, nicht als Neubeginn, sondern als ein erstes inneres Aufrichten nach einer Zeit des Ruhens. Heute ist Neumond, der erste Neumond nach der Wintersonnenwende, und mit ihm beginnt für mich die Integration meiner Rauhnachtsaufschriebe. Vielleicht ist genau das der Moment, an dem sich dieses neue Jahr für mich überhaupt erst zu zeigen beginnt.

Ich starte schon seit vielen Jahren nicht mit dieser lauten Neujahrsenergie am 1. Januar. Ich lehne sie nicht ab, sie fühlt sich einfach nicht wahr für mich an. Dieses kollektive „Jetzt geht es los“, dieses sofortige Vorwärtsdrängen, dieses Neusortieren, Planen und Entscheiden – ich war da irgendwie meist noch ganz woanders. Und das bin ich auch heute noch.

Natürlich unterordne ich mich gesellschaftlich dem Kalender. Wir brauchen ja diese Art der Struktur, diese gemeinsame Linie, an der wir uns orientieren können. Sie hilft uns, uns zu koordinieren, Termine zu finden, uns zu verabreden, gemeinsam Zeit zu gestalten. Und dennoch erzählt mein inneres Erleben seit vielen Jahren eine andere Wahrheit.

Für mich beginnt ein neuer Zyklus nicht am 1. Januar. Er beginnt mit der Wintersonnenwende im Dezember. In der tiefsten Dunkelheit. In einem Moment, der nichts fordert, nichts verspricht und nichts sichtbar macht. Für mich gibt es auch nicht den klaren Neubeginn im herkömmlichen Sinn, sondern ein kontinuierliches Übergehen, ein Weiterfließen von einem Zyklus in den nächsten.

Dieses Verständnis begleitet mich nicht nur im Jahreskreis, sondern auch in meinem Körper. Mein persönlicher, weiblicher Zyklus beginnt nicht mit der Follikelphase (dem inneren Frühling), sondern mit der Blutung (dem inneren Winter). Mit dem Rückzug. Mit dem Stillwerden. Mit dem Loslassen. Dort, wo nichts aufgebaut wird, sondern Raum entsteht. Und so fühlt sich für mich auch diese Zeit im Jahr an.

Die Phase zwischen der Wintersonnenwende und dem ersten Neumond danach ist für mich eine zutiefst eingekehrte Zeit. Eine Zeit, in der ich kaum etwas tue, kaum filtere, kaum einordne. Ich empfange, ohne zu wissen, was davon bleiben wird. Ich lasse Eindrücke, Gedanken, Bilder und Empfindungen einfach durch mich hindurchziehen, ohne sie sofort zu deuten oder zu formen. So, wie es auch während der Periode geschieht, wenn der Körper nicht nach Leistung fragt, sondern nach Präsenz.

Erst jetzt, mit diesem ersten Neumond nach der Wintersonnenwende, zeigt sich für mich etwas wie Klarheit. Auch hier spreche ich nicht von Zielen oder Plänen, sondern eher von einem inneren Spüren. Das gehört zu mir. Das nicht mehr. Das darf wachsen. Das darf noch warten. Diese Klarheit ist nicht laut. Sie kommt nicht mit einem Feuerwerk, sondern eher wie ein leises Wissen.

Vielleicht fühlt es sich für mich deshalb stimmig an, erst jetzt, Mitte Januar, langsam im neuen Jahr anzukommen. Wahrnehmung steht im Vordergrund, ein geduldiges Lauschen, das meinem Nervensystem, meinem Zyklus und meinem inneren Rhythmus entspricht.

Ich weiß, dass jeder Mensch, insbesondere jede Frau ihren eigenen Zugang zu Zyklen, Neubeginn und Übergängen finden darf. Das hier ist kein allgemeingültiges Modell, sondern mein persönliches Erleben. Und dennoch teile ich es, weil ich weiß, dass viele Frauen sich in dieser Zwischenzeit seltsam fehl am Platz fühlen. Zu spät für Neujahr. Zu früh für echte Klarheit. Noch müde, noch nach innen gezogen.

Genau das ist der Raum, den wir uns erlauben dürfen. Ein langsames Ankommen. Ein Hineinspüren. Ein Jahr, das nicht mit einem Kalenderblatt beginnt, sondern mit einem Atemzug.

Dieser 18. Januar fühlt sich für mich wie ein leises Aufrichten an, nach einer langen Zeit der Dunkelheit. Und darin liegt bereits genug.

Eine Herzensumarmung zu dir,

Monika.

 

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