Aus der Klarheit des Mai
Mai 2026 – Was ich dir noch nicht gesagt habe
Im Januar habe ich hier von einem leisen Aufrichten geschrieben. Von einer langen Zeit der Dunkelheit, einem langen Winter, aus dem ich gerade erst wieder auftaue. Ich habe es so formuliert, weil es sich genau so für mich angefühlt hatte. Ich wollte nicht mehr schreiben und rückwirkend ist mir auch klar, warum ich keine konkreteren Worte gefunden hatte. Wir waren schliesslich alle im Winter, innen wie aussen. Da ist noch nicht viel mit grossen Lichtblicken und fertig formulierten Aha-Momenten. Heute, einige Monate später, möchte ich mehr sagen. Aus der Klarheit des Mai.
Was nach aussen vielleicht wie eine längere Online-Pause aussah, war in meinem Körper ein vollständiger Zusammenbruch eines Gleichgewichts, das mein System vermutlich über Jahre aufrechterhalten hatte. Panikattacken. Herzrhythmusstörungen. Ein Nervensystem, das auf alles reagierte, auf Lärm, auf Stress, auf Erschöpfung, auf Zyklusphasen, auf das ganz normale Leben. Phasen, in denen ich so gar nicht mehr belastbar war. Und ein Körper, dem ich nicht mehr selbstverständlich vertrauen konnte.
Ich habe medizinische Hilfe gesucht. Ich wurde untersucht, und das war richtig so. Zu wissen, dass keine akute Gefahr dahinterstand, hat mir anfangs Halt gegeben. Gleichzeitig blieb in mir etwas, das mich nicht loslassen wollte: das Gefühl, dass das, was in mir vorging, mit etwas zu tun hatte, das sich nicht einfach mit Symptomen beschreiben ließ. Als Antidepressiva, Betablocker und tägliches Aspirin im Raum standen, spürte ich einen klaren inneren Widerstand. Nicht gegen die Medizin. Sondern gegen das Gefühl, stillgestellt zu werden, bevor die eigentliche Frage nach der URSACHE gestellt worden war.
Ich führe seit vielen Jahren ein Zyklustagebuch. Keine App, sondern ein echtes Buch, in das ich alles eintrage, was ich wahrnehme. Migräne, Rückenschmerzen, Schlaf, Nervensystem, Stimmung, Energie. Und rückblickend waren die Muster sehr deutlich. Bestimmte Symptome verschlimmerten sich immer wieder zur Lutealphase hin. Manchmal auch unmittelbar nach der Periode. Mein System wurde in diesen Phasen so empfindlich, dass schon kleine Dinge zu viel wurden.
Ich bin 42 Jahre alt. Ich gehe davon aus, dass ich mich in der Perimenopause befinde und genau in dieser Lebensphase sind Panikattacken, Herzrasen, ein übererregtes Nervensystem, Erschöpfung und Reizbarkeit keine Seltenheit. Sie sind dokumentiert, beschrieben, erlebt. Von vielen Frauen. Dennoch werden diese Zusammenhänge in der allgemeinmedizinischen Praxis noch immer viel zu selten als erstes gefragt.
Die Perimenopause ist für mich natürlich nicht die alleinige Ursache. Aber sie war sehr wahrscheinlich der Moment, in dem sichtbar wurde, was lange im Ungleichgewicht gewesen ist. Ich vergleiche es manchmal mit einem Sauerteig, der seinen Peak erreicht hat. Ab diesem Punkt fällt die Masse zusammen, egal was man tut. Das kommt nicht plötzlich, nicht aus dem Nichts, sondern als Ergebnis eines langen, stillen Prozesses. Genauso habe ich meinen Körper erlebt. Er hat irgendwann aufgehört, Dinge weiter zu tragen, die für mich nicht mehr gesund waren.
Und schau mal…Ein voller Tag nach einer schlechten Nacht zeigt sich am stärksten am Abend. Ich habe schon oft zu den korrespondierenden zyklischen Phasen geschrieben. Was die Nacht ist, ist die Periode, der Winter, das hohe Alter sowie das Neugeborene. So steht die Lutealphase den Wechseljahren einer Frau gegenüber, sowie der tagtägliche Abend oder der abnehmende, wiederkehrende Mond. Alles greift ineinander. Leben wir lange am Limit, zeigt sich das je nach Zyklusphase unterschiedlich. Was jahrelang im Sommer unseres Lebens gerade so funktioniert hat, muss es nicht zwingend auch im Übergang in die nächste Lebensphase tun.
Ein ganz wichtiger Abschnitt zwischendurch – Ich spreche mich hier nicht gegen Medizin aus. Medikamente können lebensnotwendig sein. Was ich teile, ist mein persönlicher Weg, und ich tue das, weil mir immer mehr Frauen begegnen, denen in ähnlichen Situationen ähnliche Empfehlungen gemacht wurden, ohne dass die Frage nach den Hormonen, nach dem Zyklus, nach der Lebensphase überhaupt gestellt wurde. Das ist kein Versagen einzelner Ärztinnen oder Ärzte. Es ist ein Spiegel dafür, wie komplex wir als Menschen sind, und wie unmöglich es ist, diese Komplexität in einer kurzen Konsultation vollständig zu erfassen. Was ich mir wünsche? Dass Frauen in solchen Momenten innehalten dürfen. Dass sie Zweitmeinungen einholen. Dass sie ihrem eigenen Körperwissen vertrauen und gleichzeitig medizinische Unterstützung annehmen, wenn sie das brauchen. Beides schließt sich nicht aus. Selbstverantwortung heißt nicht, alleine durch. Es heißt, bewusst mitzugehen.
Was ich in dieser Zeit verändert habe, war kein Programm und kein Protokoll. Es war ein langsames, ehrliches Hinsehen auf das, was ich wirklich brauchte. Ruhe. Echter Rückzug. Weniger Druck. Die Erkenntnis, dass mein Leben über lange Zeit nicht im Einklang mit meinem Körper gestanden hatte, und dass kein Medikament das ausgleichen kann.
Mitte Januar begann sich etwas zu verschieben. Wie ein langsames Auftauen. Mein Nervensystem wurde ruhiger. Mein Körper verlässlicher. Und schließlich die Angst vor der Angst leiser.
Heute, Mitte Mai, bin ich weitgehend symptomfrei. Es gibt Zyklusphasen, in denen ich spüre, wie sensibel mein System geblieben ist. Müdigkeit, innere Gereiztheit, kleine Ausschläge im Nervensystem. Aber das ist anderer Natur als das, was ich letztes Jahr erlebt habe. Das ist mein Körper, der spricht. Kein Zusammenbruch mehr.
Es tut sich gerade auch beruflich einiges. Über die Details möchte ich noch nicht sprechen, denn manches darf erst in mir reifen, bevor das Außen darauf einwirken kann. Was ich dir auf alle Fälle sagen kann: Es ist kein Zufall, dass diese Veränderungen genau jetzt kommen. Die Perimenopause ist kein Defizit. Sie ist ein Schwellenraum, ein Ort, an dem das, was nicht mehr passt, irgendwann nicht mehr gehalten werden kann. Und an dem das, was wirklich wahr ist, endlich Platz bekommt.
Ich habe für mich entschieden, das, was ich von Herzen gerne teile, auch von Herzen gerne teilen zu dürfen, ohne dafür eine Entlohnung zu erwarten. All diese Coachings, all die Programme und Kurse, die es da draußen gibt, sind toll. Aber sie sind nicht meine Art, meiner Wahrheit Raum zu geben. Ich möchte einfach nur teilen. Und Geld verdienen, das mache ich dann doch lieber anders.
Dieser Beitrag ist also kein Einstieg in ein Programm. Hinter ihm steht kein Konzept. Er ist einfach das, was ist. Worte, die reichen dürfen.
Ich bin wieder hier und habe große Lust, meinen Weg zu dokumentieren.
Eine Herzensumarmung,
Monika.
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