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Januar 2026

Januar 2026

Januar 2026

Januar – ein leises Ankommen

Wir haben Januar. Heute, während ich diese Zeilen schreibe, ist es der 18. Januar. Für mich fühlt sich dieser Tag wie ein stiller Wendepunkt an, nicht als Neubeginn, sondern als ein erstes inneres Aufrichten nach einer Zeit des Ruhens. Heute ist Neumond, der erste Neumond nach der Wintersonnenwende, und mit ihm beginnt für mich die Integration meiner Rauhnachtsaufschriebe. Vielleicht ist genau das der Moment, an dem sich dieses neue Jahr für mich überhaupt erst zu zeigen beginnt.

Ich starte schon seit vielen Jahren nicht mit dieser lauten Neujahrsenergie am 1. Januar. Ich lehne sie nicht ab, sie fühlt sich einfach nicht wahr für mich an. Dieses kollektive „Jetzt geht es los“, dieses sofortige Vorwärtsdrängen, dieses Neusortieren, Planen und Entscheiden – ich war da irgendwie meist noch ganz woanders. Und das bin ich auch heute noch.

Natürlich unterordne ich mich gesellschaftlich dem Kalender. Wir brauchen ja diese Art der Struktur, diese gemeinsame Linie, an der wir uns orientieren können. Sie hilft uns, uns zu koordinieren, Termine zu finden, uns zu verabreden, gemeinsam Zeit zu gestalten. Und dennoch erzählt mein inneres Erleben seit vielen Jahren eine andere Wahrheit.

Für mich beginnt ein neuer Zyklus nicht am 1. Januar. Er beginnt mit der Wintersonnenwende im Dezember. In der tiefsten Dunkelheit. In einem Moment, der nichts fordert, nichts verspricht und nichts sichtbar macht. Für mich gibt es auch nicht den klaren Neubeginn im herkömmlichen Sinn, sondern ein kontinuierliches Übergehen, ein Weiterfließen von einem Zyklus in den nächsten.

Dieses Verständnis begleitet mich nicht nur im Jahreskreis, sondern auch in meinem Körper. Mein persönlicher, weiblicher Zyklus beginnt nicht mit der Follikelphase (dem inneren Frühling), sondern mit der Blutung (dem inneren Winter). Mit dem Rückzug. Mit dem Stillwerden. Mit dem Loslassen. Dort, wo nichts aufgebaut wird, sondern Raum entsteht. Und so fühlt sich für mich auch diese Zeit im Jahr an.

Die Phase zwischen der Wintersonnenwende und dem ersten Neumond danach ist für mich eine zutiefst eingekehrte Zeit. Eine Zeit, in der ich kaum etwas tue, kaum filtere, kaum einordne. Ich empfange, ohne zu wissen, was davon bleiben wird. Ich lasse Eindrücke, Gedanken, Bilder und Empfindungen einfach durch mich hindurchziehen, ohne sie sofort zu deuten oder zu formen. So, wie es auch während der Periode geschieht, wenn der Körper nicht nach Leistung fragt, sondern nach Präsenz.

Erst jetzt, mit diesem ersten Neumond nach der Wintersonnenwende, zeigt sich für mich etwas wie Klarheit. Auch hier spreche ich nicht von Zielen oder Plänen, sondern eher von einem inneren Spüren. Das gehört zu mir. Das nicht mehr. Das darf wachsen. Das darf noch warten. Diese Klarheit ist nicht laut. Sie kommt nicht mit einem Feuerwerk, sondern eher wie ein leises Wissen.

Vielleicht fühlt es sich für mich deshalb stimmig an, erst jetzt, Mitte Januar, langsam im neuen Jahr anzukommen. Wahrnehmung steht im Vordergrund, ein geduldiges Lauschen, das meinem Nervensystem, meinem Zyklus und meinem inneren Rhythmus entspricht.

Ich weiß, dass jeder Mensch, insbesondere jede Frau ihren eigenen Zugang zu Zyklen, Neubeginn und Übergängen finden darf. Das hier ist kein allgemeingültiges Modell, sondern mein persönliches Erleben. Und dennoch teile ich es, weil ich weiß, dass viele Frauen sich in dieser Zwischenzeit seltsam fehl am Platz fühlen. Zu spät für Neujahr. Zu früh für echte Klarheit. Noch müde, noch nach innen gezogen.

Genau das ist der Raum, den wir uns erlauben dürfen. Ein langsames Ankommen. Ein Hineinspüren. Ein Jahr, das nicht mit einem Kalenderblatt beginnt, sondern mit einem Atemzug.

Dieser 18. Januar fühlt sich für mich wie ein leises Aufrichten an, nach einer langen Zeit der Dunkelheit. Und darin liegt bereits genug.

Eine Herzensumarmung zu dir,

Monika.

 

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Dezember 2025

Dezember 2025

Dezember 2025

Dezember 2025 – Ein persönlicher Erfahrungsbericht, körperliche Übergänge und das Bleiben mitten im Prozess.

Es ist Dezember geworden, es ist noch immer 2025 und irgendwie ist es mir ein Bedürfnis, mich in diesem Jahr noch einmal zu melden. 2025 – was für ein Jahr. Was für Prozesse. Oder waren es vielleicht gar nicht nur diese zwölf Monate, sondern die letzten fünf Jahre, die mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt haben? Während ich das schreibe, merke ich, dass sich diese Frage gar nicht eindeutig beantworten lässt. Also schreibe ich. Nach vielen Monaten des Stillseins, weil dieser Zeitpunkt sich innerlich nicht länger verschieben lässt, wenn auch noch lange nichts abgeschlossen oder sortiert ist.

Seit Juni habe ich mich kaum öffentlich mitgeteilt. Es war kein Rückzug im klassischen Sinn, sondern weil mein Körper, mein Nervensystem und mein gesamtes Inneres eine Intensität erfahren haben, die nicht wirklich Raum dafür gelassen hat. Alles, was an Energie vorhanden war, wurde gebraucht, um dazubleiben. Um durchzukommen. Hört sich das heftig an? Ja, das ist es auch.

In dieser Zeit ist vieles durch mich hindurchgegangen: körperliche Prozesse, die mich immer wieder an Grenzen geführt haben und mich teilweise noch immer herausfordern, Entscheidungen, die nicht leicht waren und schließlich auch Diagnosen, die einem Zustand einen Namen gegeben haben, der lange diffus im Raum stand. Diese Diagnosen sind kein Endpunkt und auch keine Erklärung für alles. Sie sind für mich eher ein Moment des Ausatmens, ein Innehalten, an dem mir klar wurde, dass ich einen Weg wählen muss, der meinem gesamten System gerecht wird – nicht nur einzelnen Symptomen.

Wenn ich dich mitnehme durch die letzten Monate hinein in diesen Dezember und gleichzeitig schon leise hinaus in ein neues Jahr, dann beginnt diese Geschichte eigentlich viel früher. Wie so oft, wenn wir uns die Zeit nehmen zurückzublicken (und welcher Monat eignet sich dafür besser als der Dezember). Es geht nicht nur um die vergangenen Monate, sondern tatsächlich um die letzten fünf Jahre, die Erfahrungen in mein Leben gebracht haben, mit denen ich lange nicht wirklich abschließen konnte.

Da war der plötzliche Tod meines Vaters, der in seiner Dramatik fast an einen Tatort-Krimi erinnerte, und die massive Wende, die mein Leben danach nahm. Von einem Moment auf den anderen übernahm ich Verantwortung für meine Mutter. Sie zog zu uns auf die Kanaren und ich begann einen völlig neuen Weg zu gehen. Eine Ausbildung folgte der nächsten und irgendwann hatte ich das Gefühl, meinem eigenen Leben nicht mehr hinterherzukommen. Als meine Mutter zurück in unsere Heimat Polen zog, blieb in mir etwas zurück, das sich wie ein großes Loch anfühlte. Damals wusste ich noch nicht, dass dieses innere Bild bald eine sehr reale Entsprechung finden würde.

Der Vulkanausbruch in meiner neuen Wahlheimat La Palma nahm mir und meiner kleinen Familie alles. Und wenn ich „alles“ schreibe, dann meine ich das wortwörtlich. Wir hatten keine Zeit, etwas einzupacken, nichts zu retten. Unser gesamter Besitz liegt heute unter erstarrtem Gestein begraben. Da war es also, dieses Loch, diese Leere. Doch wieder, wie schon nach dem Tod meines Vaters, gab es keine Pause. Kein Ankommen in dem was ist. Wir gingen auf Reisen, bis in meine alte Heimat, renovierten dort im Akkord das Haus meiner Mutter, nur um kurze Zeit später wieder aufzubrechen. Nach Außen klang alles nach Abstand, Wintermomente in Polen, glitzernde Weihnachtszeit für uns, doch im Inneren gab es kein Ausatmen. Zurück auf La Palma, direkt hinein ins nächste Abenteuer: den Aufbau der Selbstständigkeit, denn es muss doch weiter gehen. Andere waren hier geblieben und hatten bereits neues Fundament – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie bauten neue Häuser und hatten sich, so wirkte es zumindest im Außen, neu sortiert. Und so kam es auch für uns, als wäre das nicht genug, ein uraltes Haus, das wir nun in Eigenleistung kernsanieren.

Zwischendurch, fast beiläufig, Hochzeit, Schwangerschaft und schließlich eine Fehlgeburt im zweiten Trimester. Wenn ich das heute so niederschreibe, schüttele ich selbst den Kopf. Es wundert mich kein bisschen, dass mein gesamtes System in diesem Jahr zusammengebrochen ist.

Im Januar landete ich im Krankenhaus mit drei gleichzeitigen Lungeninfekten und dem Verdacht auf Herzrhythmusstörungen. Im Februar stellte ich meine Ernährung radikal um. Ein Detox, sehr viel Bewegung, und ich fühlte mich wie neu geboren – bis Juni. Denn neu geboren war ich nicht. Ich hatte wieder eine weitere Strategie gewählt, aber keinen wirklichen Moment des Ausatmens. Ich arbeitete weiter, hielt weiter alles zusammen, blieb im permanenten On-Modus. Mein System kollabierte. Notaufnahme. Unzählige Untersuchungen. Kein Befund. Wieder nach Hause. Mein leiser Verdacht, dass verschiedene Themen ineinandergreifen, unter anderem die Perimenopause, wurden immer mit einem Belächeln abgeschmettert.

Es folgten Monate mit Arztbesuchen, Spezialist:innen, Fragen. Ist es das Herz? Die Lunge? Sind es die Hormone? Doch die Perimenopause? Die Antwort lautete immer wieder: Nein. Es sei „nur“ Ansiedad, eine Angststörung. Während mein Körper mir entgleiste, hielten sich viele Ärzt:innen an meinem Gewicht fest und/oder schoben alles auf die Psyche. Ich verstehe den Ansatz, gerade nach allem, was passiert ist. Dennoch hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass dies die ganze Wahrheit ist. Ich habe eine gute Kommunikation mit meinem Körper und dieser erzählte mir etwas anderes.

Also ging es immer wieder in die Notaufnahme. Es wurden mir Medikamente verschrieben, dann noch mehr Medikamente, die ich nach Wochen des Ausprobierens wieder absetzte. Ich spürte sehr klar: Das ist nicht das, was hier behandelt werden will. Immer wieder sprach ich die Möglichkeit der Perimenopause an und wurde ignoriert oder abgewunken. Zu jung. Ich blute ja noch. Dann kam ein Vertretungsarzt. Einer, der mir nicht nur zuhörte, der mich sah, der mich bestätigte. Ich fasste den Mut, auf Ursachenforschung zu bestehen, statt mich weiter ausschließlich symptomatisch behandeln zu lassen.

Ich habe mich bewusst gegen schnelle Lösungen entschieden, gegen vorschnelle Medikation und gegen das Bedürfnis, etwas sofort „in Ordnung“ bringen zu müssen. Stattdessen gehe ich nun einen integralen Weg, der Körper, Psyche und Nervensystem gleichermaßen mit einbezieht und mir erlaubt, in meinem Tempo zu bleiben. Das ist kein bequemer Weg und ganz sicher nicht der einfachere. Er ist langsamer, oft unklar und verlangt viel innere Ehrlichkeit und dennoch fühlt er sich für mich stimmig an.

Diese persönliche Erfahrung fällt nicht zufällig in den Dezember. Diese Zeit trägt kollektiv eine Qualität von Rückzug, Bilanz und Verdichtung in sich, gleichzeitig spüre ich immer deutlicher eine innere Distanz zu dem, was wir aus dieser Zeit oft machen. In den letzten Jahren habe auch ich viel Wert auf Rituale gelegt, auf feste Abläufe rund um die Rauhnächte, auf bewusste Übergänge, auf Reflexion und Ausrichtung. All das hatte seinen Platz und seine Berechtigung. Die alte Weisheit ist nicht verschwunden. Ich trage sie weiterhin in mir.

Was sich verändert hat, ist mein Bedürfnis, diese Weisheit zu inszenieren oder durch Formen festzuhalten, die meinem heutigen Leben nicht mehr entsprechen. Ich merke, wie müde mich dieses ständige Mehr an Ritualen, Fragen, Optimierungsversuchen und innerer Arbeit gemacht hat. Dieses Gefühl, selbst im Stillwerden noch etwas leisten, klären oder vorbereiten zu müssen, fühlt sich für mich nicht mehr wahr an.

Lass das bitte nochmal wirken. Gerade in jener Zeit der Stille haben wir etwas erschaffen, das uns mit dem Vorwand lockt, diese Phase bewusst zu durchschreiten, während wir uns in Wirklichkeit noch mehr auf die To-do-Liste laden als im ohnehin schon vollen Jahr. Auch das Dunkel, auch der Rückzug, auch der Jahreswechsel sind zu etwas geworden, das erfüllt, gestaltet und „richtig gemacht“ werden will.

Ich möchte mich nicht mehr durch Sperr- und Rauhnächte tragen, nur weil es dazugehört und ich möchte keine Rituale mehr erfüllen, wenn mein Körper nach Ruhe und Einfachheit ruft. Vielleicht ist genau das meine Art, dieser Zeit zu begegnen. Nicht mit Form, nicht mit Struktur, sondern mit Ehrlichkeit.

Wenn ich auf mein Leben schaue, auf diese letzten Jahre, auf meinen Körper und auf das, was sich gerade durch mich hindurch bewegt, dann ergibt vieles plötzlich Sinn, ohne erklärt werden zu müssen. Diese Übergänge, diese Erschöpfung, dieses langsame Abschälen von dem, was einmal getragen hat – all das passt zu einer Lebensphase, die nicht klar beginnt und nicht klar endet. Die (Peri)Menopause ist kein kurzer Abschnitt mit Hitzewellen, den man „hinter sich bringt“. Sie ist ein langer Prozess des Umlernens, des Neu-Verkörpert-Werdens, ein Abschied von alten Rhythmen und ein vorsichtiges Tasten nach neuen.

Vielleicht ist es deshalb gerade jetzt stimmig, nichts festhalten zu wollen. Vielleicht ist es deshalb richtig, mich nicht auszurichten, nicht vorzubereiten, nicht zu optimieren, sondern einfach da zu sein. In dieser Zwischenzeit. In diesen Tagen und Nächten, die nicht laut sind. In einem Dezember, der nichts von mir will, außer Präsenz. Ich habe nicht das Gefühl, etwas zu verlieren, sondern eher, etwas abzustreifen, das mir einmal gedient hat und jetzt zu eng geworden ist. Unsere Menschheit entwickelt sich weiter, und mit ihr darf sich auch unsere Spiritualität verändern. Weniger festgelegte Formen, mehr gelebte Wahrheit. Weniger Konzepte, mehr Körper. Weniger Optimierung, mehr ehrliche Wahrnehmung dessen, was gerade wirklich da ist.

Ich weiß noch nicht, wie dieser Weg weitergeht. Ich weiß nur, dass ich ihn nicht rückblickend erzählen möchte, wenn alles sortiert ist. Ich möchte ihn teilen, während ich ihn gehe. Langsam, unperfekt & körpernah. Weil genau das im Moment wahr ist. Und weil es vielleicht anderen Frauen zeigt, dass sie nicht alleine sind, wenn sich gerade nichts rund anfühlt.

So ist dieser Text ist kein klassischer Neustart und kein Versprechen auf irgendwas. Er ist ein leises Zeichen aus der Mitte meines Prozesses heraus, dass ich noch da bin und weitergehe – ohne Eile und ohne Anspruch auf Vollständigkeit und vielleicht ist das für diesen Dezember 2025 mehr als genug.

 

Eine Herzensumarmung zu dir,

Monika.

 

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Geranie, Herzraum und das Fallen der Masken

Geranie, Herzraum und das Fallen der Masken

Geranie, Herzraum und das Fallen der Masken

Geranie, Herzraum und das Fallen der Masken: Wie ich zu meinen Wurzeln zurückfand und meinen Raum einnehme

Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll, weil sich dieser Text wie ein ganzes Kapitel meines Lebens anfühlt. Anfang dieses Jahres erlebte ich etwas, das alles veränderte. Ich lag im Krankenhaus, überzeugt davon, dass ich sterbe. Als mich die Sanitäter in den Krankenwagen schoben, sah ich meine Kinder an und dachte, ich sehe sie zum letzten Mal. Ich stellte mir vor, wie sie ohne mich aufwachsen müssten. Es war ein Moment, der mich bis ins Mark erschütterte. Ich war gerade frisch selbstständig, voller Visionen, auch für meine Familie. Ich wollte ihnen ein gutes Leben bieten, eine liebende und begleitende Mutter und irgendwann auch eine Oma sein, über die gesprochen wird, wenn sie im hohen Alter gehen wird. Und dann lag ich da, mit Todesangst im Herzen und der Frage, ob das alles schon vorbei ist, bevor es richtig beginnt.

Nach unzähligen Untersuchungen, war der Befund es seien „nur“ schwere Infekte der Atemwege, Sauerstoffmangel, Erschöpfung und eben die daraus resultierenden Körpersymptome. Ich durfte nach Hause, die Symptome kamen immer wieder. Viele Medikamente, viel „unnatürliches“ … mein Körper gab mir klare Zeichen, dass es das nicht sein kann. Ich stellte mein Leben komplett um, machte einen radikalen Detox, veränderte meine Ernährung, nahm mir Zeit zum Heilen. Es ging mir besser. Ich fühlte mich stark, neu geboren – und dann kehrten die Symptome plötzlich zurück. Ohne Infekt, einfach so. Ich wusste, es war kein Zufall. Es war mein Körper, mein Nervensystem, das nach etwas viel Tieferem rief.

Wenn eine Pflanze dich ruft

Die Natur spricht mit uns, und sie sprach mit mir.

Ich hatte seit Wochen inneren Prozessen gelauscht. Mich immer wieder Glaubenssätzen und alten Themen gestellt. Mich begleitet. Techniken angewendet, die kurzzeitig Linderung brachten, und immer wieder mit dem Körper gearbeitet. Schließlich kenne ich mich ja aus … es müsste doch besser werden.

Und dann passierte es: Ich stand im Bad, meine Öle vor mir. Da sah ich das Fläschchen Geranie. Sie schrie mich förmlich an, und ich griff danach, ohne zu wissen, warum. Ich trug sie auf meine Brust auf – und spürte sofort eine Erleichterung in meinem Herzraum. Erst später las ich, dass Geranie für Herzheilung steht, für Vertrauen, für die Verbindung zu den elterlichen Wurzeln. Mir lief es kalt den Rücken hinunter. Genau das brauchte ich in diesem Moment.

Zurück zu meinen Wurzeln

Geranie war mehr als ein Duft. Sie war eine Brücke – zurück zu meiner Oma in Polen, die ihre Fensterbänke voller Geranien hatte, die sich über jede Blüte freute. Ich roch wieder diesen Duft, erinnerte mich an ihre Freude und an all das, was ich von ihr gelernt habe – Weisheit, Liebe, aber auch Schmerz. All das durfte nun gesehen und geheilt werden. Mit der Geranie kam Polen wieder in mein Herz. Es geht so tief, dass ich sogar letzte Woche einen polnischen Instagramaccount angelegt habe, weil ich spürte: Ich darf alle meine Wurzeln leben, nichts mehr verstecken.

Ich darf die Masken fallen lassen und mich zeigen – mit allem, was mich ausmacht.

Seit kleinster Kindheit begleiten mich pflanzliche Auszüge und ätherische Öle. Seit 10 Jahren bin ich auch beruflich tief in die Welt jener kostbaren Essenzen eingetaucht. Ich habe sie bei meinen Geburten genutzt, für meine Kinder, für meine Familie, für Freunde, für mich. Lange habe ich mich von ihnen distanziert, weil ich mir habe einreden lassen, dass das Geschäftsmodell dahinter nicht „richtig“ sei. Aber warum sollte ich mich von etwas entfernen, das mich so tief unterstützt? Ich arbeite wieder mit doTERRA, weil ich daran glaube, dass Natur uns heilen kann – und ich möchte diesen Weg mit denen teilen, die sich davon gerufen fühlen. Wer bleiben will, ist willkommen. Wer geht, darf gehen. Wir müssen einander nicht mehr halten, wenn es keinem etwas dient.

Ich möchte Frauen begleiten, die wie ich ihre Masken ablegen und ihren Raum einnehmen wollen. Ich möchte, dass du weißt: Es ist okay, verletzlich zu sein. Es ist okay, durch dunkle Täler zu gehen. Es ist okay, neu zu beginnen – und genau dafür habe ich auch die Zyklus Clarity Session ins Leben gerufen: ein Raum, in dem du dich selbst wieder spüren darfst und erkennst, wo du gerade stehst.

Die Geranie hat mir gezeigt: Heilung beginnt oft leise. Mit einem Duft. Mit einer Erinnerung. Mit dem Mut, hinzusehen. Vielleicht gibt es auch in deinem Leben etwas, das immer wieder vor dir auftaucht – eine Pflanze, ein Gedanke, ein Gefühl. Sieh hin. Hör hin. Ganz sicher ist es ein Schlüssel auf dem Weg zurück zu dir.

Ich danke dir von Herzen, dass du dir die Zeit genommen hast, diese Zeilen zu lesen. Es bedeutet mir so viel, diesen Raum mit dir zu teilen und dich mitzunehmen auf meinen Weg. Deine Offenheit und dein Hiersein sind ein Geschenk, das ich zutiefst wertschätze.

Eine Herzensumarmung zu dir.

Monika

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Geranie, Herzraum und das Fallen der Masken

Juli-Zeitqualität & Übergänge

Juli-Zeitqualität & Übergänge

Vom Licht in die Tiefe: Wie sich Juli, Lammas und mein eigener Weg begegnen

Der Jahreskreis, wie ich ihn liebe und lehre, ist kein starrer Kalender mit festen Datumsmarken, sondern ein lebendiger Rhythmus aus Sonnenkraft und Mondwellen. Und genau das durfte ich im Juli auf eine sehr kraftvolle, manchmal auch herausfordernde Weise erleben.

Die Sommersonnenwende liegt nun einige Wochen zurück. Der Höhepunkt des Lichts ist überschritten. Ja, du liest richtig, auch wenn viele von uns sich jetzt erst so richtig im Hochsommer fühlen, befinden wir uns energetisch schon auf dem Rückweg. Die Tage werden kürzer, die Nächte wieder länger. Der Juli trägt diese besondere Mischung aus Reife, Überfluss, beginnender Ernte – und gleichzeitig das erste sanfte Loslassen.

 

Jahreskreisfest: Lammas: Ein Mondwellenfest mitten im Füllemonat

Im keltischen Jahreskreis wird Anfang August Lammas oder Lughnasadh gefeiert – das erste Erntefest. Es ist kein Sonnenfest mit astronomisch fixem Datum wie die Sonnwenden, sondern ein Mondfest. Und für mich bedeutet das: Es richtet sich nicht nach unserem modernen Kalender, sondern nach dem Mond und somit nach unserem inneren Rhythmus. Nach dem Moment, in dem wir spüren: Etwas geht zu Ende, auch wenn es im Außen noch üppig in Kraft steht.

Im Zyklusvergleich steht dieses Fest für den Beginn der Lutealphase – jene Zeit nach dem Eisprung, in der vieles in uns sich innerlich sortiert. Vielleicht spüren wir schon erste Müdigkeit, das Bedürfnis uns zurückzuziehen. Es ist eine Phase der Klarheit: Was trägt Frucht? Was darf noch reifen? Was war Versuch, aber keine Ernte?

Und genau diese Fragen begleiteten mich durch den Juli.

 

Mein persönlicher Sommerwendepunkt

Ich bin diesen Monat aus der Deckung gekommen. Nach Jahren innerer Prozesse, nach einer langen Phase von »sichtbar aber unsichtbar sein«, habe ich mich entschieden, mit meiner Zyklus Clarity Session das erste echte, greifbare Angebot auf meiner Webseite zu verankern.

Vielleicht klingt das für manche nach einem kleinen Schritt. Aber für mich war es ein großer: Denn ich habe viele Jahre eine Art Schein-Sichtbarkeit aufrechterhalten. Meine Webseite war da. Meine Texte auch. Und gleichzeitig war da die Hoffnung, dass niemand sie wirklich findet. Aus Angst, dass jemand mich bucht – und ich mich wirklich zeigen muss.

Jetzt bin ich bereit. Weil ich spüre: Ich habe so viel zu geben. Und ich möchte nicht länger nur senden, sondern auch empfangen. Das ist für mich der wahre Kern von Lammas: Das, was reif ist, darf jetzt geerntet werden. Und was sich nicht gezeigt hat, darf ich loslassen.

 

Kollektive Übergänge: Was euch beschäftigt

Ich habe euch auf Instagram gefragt, wo ihr euch gerade den meisten Halt und Inspiration wünscht. Die Antwort war deutlich: Lebenszyklen & Übergänge. Viele sprachen davon, dass sie sich im Alltag verlieren. Es fehlt an Motivation. Vieles muss getan werden, aber kein richtiger Anfang ist spürbar. Von Ende gar keine Sicht. Und da ist eine riesige Sehnsucht nach Struktur, Klarheit, aber auch nach Sanftheit.

Und ich möchte euch sagen: Ihr seid nicht allein. Es ist gerade diese Schwelle, die uns kollektiv herausfordert. Der Hochsommer mit seinem vollen Licht kann genauso überfordern, wie er inspirieren kann. Es ist nicht verwunderlich, dass jetzt viele das Gefühl haben: »Ich weiß nicht mehr, wo ich stehe.«

 

Übergänge brauchen Raum

Was mir geholfen hat: Mich herauszunehmen. Hinauszugehen. Räume zu wechseln. Nicht sofort zu wissen, was als Nächstes kommt. Sondern erstmal zu spüren: Was ist überhaupt gerade da? Was wirkt noch nach? Und welche Impulse kommen vielleicht von ganz allein?

Für mich war das nie ein linearer Weg. Es ist eher ein Pendeln: zwischen Klarheit und Chaos. Zwischen Lust und Erschöpfung. Zwischen »ich will was teilen« und »ich will einfach nur meine Ruhe«.

Und genau dafür sind die Übergänge da. Sie bringen uns nicht sofort an ein Ziel. Aber sie öffnen innere Türen.

 

Einladung zur Zyklus Clarity Session

Wenn du gerade an einem ähnlichen Punkt stehst, lade ich dich ein, mit mir gemeinsam deinen eigenen Rhythmus zu erforschen. In der Zyklus Clarity Session schauen wir:

  • In welchem Übergang stehst du gerade?
  • Was will sich bei dir wandeln, ordnen, vielleicht auch verabschieden?
  • Wie kannst du deine inneren Zyklen mit der Kraft des Außen verbinden?

Es geht nicht um Leistung oder To-dos. Sondern um Hinspüren. Sortieren. Erkennen. Und daraus vielleicht den nächsten kleinen Schritt gehen.

Der Sommer ist nicht vorbei. Aber er verändert seine Farbe. Lammas erinnert uns daran, dass jeder Übergang Teil eines größeren Rhythmus ist. Dass Klarheit nicht immer laut beginnt, sondern oft in der Tiefe entsteht.

Ich gehe meinen Weg weiter – in aufsteigenden Kreisen, Spiralen, nicht in Geraden. Und ich freue mich, wenn du ein Stück mitgehst.

 

Eine Herzensumarmung zu dir,

Monika.

 

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Juni – Sommersonnenwende

Juni – Sommersonnenwende

Sommersonnenwende 2025: Mut zur Klarheit in der hitzigen Zeitqualität

Am 21. Juni ist der längste Tag des Jahres – kalendarisch beginnt der Sommer. Die Sommersonnenwende ist eine Einladung, achtsam zu erspüren, wie sich diese Zeitqualität für dich persönlich anfühlt. Wo stehst du gerade in dir selbst? Was zeigt sich dir unter dem Licht dieses Wendepunktes?

Der längste Tag des Jahres – eine Einladung zum Innehalten

Die Sommersonnenwende 2025 – sie ist da, und mit ihr dieser besondere Moment im Jahr, an dem das Licht seinen Höhepunkt erreicht. Ich spüre hier auf La Palma noch den sanften Frühsommer, während ich weiß, dass in anderen Teilen Europas die Sommerhitze bereits voll da ist. Und genau das bewegt und inspiriert mich zu diesem Blogbeitrag. Diese äußerlich so klare Zeit fordert uns nicht dazu auf, einfach mitzulaufen – sondern lädt uns ein, wirklich hinzuspüren. Auch wenn der Kalender Sommer ruft – wie fühlt es sich in dir an? Für mich ist dieser Tag eine Erinnerung. Nicht das Tun steht im Vordergrund, sondern das Wahrnehmen. Das Dasein. Und die Frage: Wo bin ich gerade, wirklich?

Sommersonnenwende zwischen Innen und Außen

Es lohnt sich diesen Tag nicht nur im Kalender zu sehen, sondern ganz bewusst zu erleben. Ich nehme wahr, wie unterschiedlich das Außen sich zeigt – hier auf La Palma noch zart und früh, anderswo bereits voller Sommerhitze. Und genau hier zeigt sich, was mich gerade wirklich bewegt.  Es ist nicht das Sichtbare, sondern das, was in mir in Resonanz geht. Es ist nicht immer stimmig, was uns das Außen suggeriert. Deshalb frage ich dich: Wie fühlt es sich in dir an? Vielleicht ganz anders, als erwartet? Vielleicht ist genau jetzt der Moment, einfach still zu werden. Nichts tun zu müssen, sondern wahrzunehmen. Und dir die Frage zu stellen: Wie fühlt es sich gerade wirklich an, in dir zu sein?

Schon unsere Ahninnen und Ahnen spürten diese Schwelle. Der Moment höchster Sonnenkraft war ihnen Anlass für Rituale, Feste und stille Dankbarkeit. Ich persönlich liebe es, diese Qualität mit meinem heutigen Leben zu verweben, ganz ohne esoterischen Kitsch uns allem voran ohne Pflicht. Einfach in dem Wissen – Hier berührt sich Himmel und Erde, außen und innen. Und vielleicht genügt es dir auch, wenn du dich fragst:  Was nährt mich gerade wirklich? Wo spüre ich Klarheit – und wo vielleicht noch ein inneres Zögern?

Rituale und Impulse für deinen persönlichen Wendepunkt

Nimm dir an diesem besonderen Tag einen Moment für dich. Vielleicht zieht es dich nach draußen – ins Licht, in die Wärme oder einfach dorthin, wo du ein bisschen Ruhe findest. Vielleicht magst du dich mit einem Getränk deiner Wahl an deinen Lieblingsplatz setzen – sei es auf dem Balkon, im Garten oder am offenen Fenster. Schau in den Himmel, nimm das Licht wahr, atme durch und spür dich selbst. Es geht nicht darum, große Rituale zu vollziehen. Unsere Vorfahren versammelten sich zu Feuerfesten, tanzten, sangen, ehrten die Sonne mit rituellen Handlungen. Heute lese ich oft Empfehlungen wie „stell Sonnenwasser her“, „zünde ein Lagerfeuer an“ oder „mache 108 Sonnengrüße“.Ich frage mich immer mehr: Fühlen wir uns damit wirklich verbunden – oder wiederholen wir nur, was irgendwo steht? Ich glaube, wir brauchen heute vor allem Ehrlichkeit mit uns selbst. Was stärkt mich wirklich? Was bringt mich in Kontakt mit meinem Inneren – hier, jetzt, in meinem Alltag??

Es darf einfach sein. Ein stiller Moment, ein offenes Herz, eine ehrliche Frage. Was zeigt sich in mir? Was möchte gehen – und was darf jetzt wachsen? Die Verbindung mit dir selbst steht im Vordergrund, mit der Zeitqualität, mit dem, was gerade da ist.

Sommersonnenwende im Alltag – deine Zeitqualität jetzt

Und wenn du dich gerade in einer Phase des Wandels befindest – sei es im Zyklus, im Alltag oder im Inneren – dann nimm wahr, wie dich diese Sommersonnenwende dabei unterstützen kann. Manchmal ist es genau dieser eine Moment, der uns innehalten lässt – und damit mehr bewegt als viele große Pläne. Wenn du dich tiefer mit deiner eigenen Zeitqualität verbinden möchtest, findest du in meinem Freebie Impulse, die dich sanft begleiten. Und wenn du dir Begleitung auf deinem Weg wünschst: Ich bin da und freue mich auf dich.

Eine Herzensumarmung zu dir.

Monika

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Mai: Muttertag & Beltane

Mai: Muttertag & Beltane

Mai: Muttertag & Beltane

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Mai: Muttertag & Beltane – Zwischen Fürsorge, Feuerkraft und Neubeginn

Was heute gefeiert – und morgen vergessen wird

Es ist Muttertag. Und während ich diesen Text schreibe, flutet das Netz über mit Blumen, Herzchen und Sprüchen. Morgen ist Beltane – nach alter Zeitrechnung das Fest zur Frühlingsmitte. Gefeiert wurde es, wenn das erste satte Grün sichtbar war, das Vieh wieder auf die Weiden durfte und das Leben draußen spürbar erwachte. Und doch findet sich dazu kaum ein Wort im kollektiven Bewusstsein. Wie passt das zusammen? Und was haben diese scheinbar so unterschiedlichen Tage gemeinsam?

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, über diese immer wiederkehrenden Feiertage zu sprechen – nicht aus bloßer Tradition, irgendeiner Zugehörigkeit oder Religion, sondern aus dem Bedürfnis nach Tiefe. Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen, aber ich kann versuchen zu spüren, was diese Feste einst bedeutet haben. Und ich kann den Versuch wagen, sie für uns heute zu übersetzen: als Spiegel unserer Sehnsucht, unserer Wurzeln und unserer Lebenskraft. Deshalb lade ich dich ein, mit mir unter die Oberfläche des Konsumrausches zu schauen. Jenseits der romantisierten Vorstellungen von Hexenfeuer und Fruchtbarkeitsfesten. Dort, wo das Leben sich selbst feiert – und der Mensch sich rückverbindet mit dem, was ihn nährt, trägt und hervorbringt: der mütterlichen Kraft des Daseins.

Muttertag – ein Blick hinter die Kulissen

In den sozialen Medien zeigt sich dieser Tag heute in vielen Facetten – und manches davon berührt wirklich. Es wird gedacht an Mütter in Krieg und Verlust, an Frauen, die keine Kinder haben oder keine gebären konnten. Es geht um Selbstfürsorge, um das Urmütterliche, um das, was Halt gibt. Und ich möchte niemandem diesen Tag nehmen oder schlechtreden – er hat seinen Platz. Aber ich finde es wichtig, dass wir auch diesen Feiertag nicht blind übernehmen. Dass wir uns fragen: Was feiern wir hier eigentlich? Was ist der Ursprung dieses Tages, der inzwischen mit so vielen unterschiedlichen Bedeutungen aufgeladen ist?

Es ist wie mit dem Weihnachtsbaum, der oft aus reinem Brauch aufgestellt wird – ohne ein tieferes Wissen um seine Herkunft. Wer erzählt heute noch von alten Bräuchen? Gibt es sie noch, die Großmütter, die weitergeben, was sie einst selbst erlebt haben? Unsere Mütter lebten in einer anderen Zeit – sie konnten dieses Wissen oft nicht mehr bewahren.

Und wir? Wie geben wir diese Feste weiter – an unsere Kinder, an die Menschen um uns herum? Deshalb schreibe ich diesen Text. Um zu erinnern. Um Bewusstsein zu wecken. Und um Mut zu machen, solche Tage ganz bewusst zu feiern – mit Blick auf ihren Ursprung, nicht nur auf ihre Oberfläche.

Der Ursprung des Muttertags, wie wir ihn heute kennen, ist vielschichtig. Er reicht zurück in antike Fruchtbarkeits- und Muttergöttinnenfeste – wie die Verehrung der Rhea in Griechenland oder der Kybele im alten Rom. Diese Feiern ehrten nicht nur die leibliche Mutter, sondern vor allem das nährende Prinzip des Lebens selbst – das Gebären, Wachsen und Werden, sinnbildlich für die Erde als schöpfende Kraft und tatsächlich identifiziere ich mich am meisten mit dieser Art des Muttertages.

Im Mittelalter wandelte sich dieser Fokus: In England wurde der „Mothering Sunday“ zum Tag der Rückkehr zur Mutterkirche – später verbunden mit einem Besuch bei der leiblichen Mutter. Eine christliche Umdeutung, die das spirituelle Zentrum auf die Institution lenkte, nicht mehr auf das Leben selbst.

Der moderne Muttertag aber, wie wir ihn kennen, geht auf eine soziale Bewegung zurück. Anna Jarvis setzte sich Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA dafür ein, Mütter für ihren gesellschaftlichen Beitrag zu ehren – als Friedensstifterinnen, als tragende Säulen der Gemeinschaft. Was als persönliche, tief empfundene Geste begann, wurde bald kommerziell vereinnahmt – zuerst von der Blumenindustrie, später von politischen Ideologien.

In Deutschland wurde der Muttertag 1923 von Floristen eingeführt. In der NS-Zeit erhielt er eine ideologische Färbung als „Ehrentag der deutschen Mutter“. Und auch wenn diese Narrative heute verblasst sind, wirken sie unterschwellig weiter – als Erwartung, als Idealbild, als Pflicht zur Aufopferung. Diese Energie sollten wir nicht unterschätzen.

Heute darf dieser Tag neu gelesen werden. Nicht als Ritual des Dankeschön-Sagens, sondern als Möglichkeit zur Rückverbindung: mit der eigenen Herkunft, mit der mütterlichen Kraft in uns selbst, mit dem großen Prinzip der Fürsorge – jenseits von Rollenklischees und leeren Symbolen.

Beltane – das Fest der Lebenskraft

Und dann gibt es da noch Beltane – das alte keltische Fruchtbarkeitsfest – fällt traditionell auf den fünften Vollmond nach der Wintersonnenwende. Du kennst es vielleicht als das Fest zum 1. Mai – oder bringst es vielleicht sogar mit der Walpurgisnacht in Verbindung. Ursprünglich wurde jenes Jahreskreisfest mit dem ersten Grün des Sommers gefeiert. Nicht kalendarisch, sondern fühlbar: Wenn das Leben überquillt, wenn Lust und Wachstum sich zeigen.

Historisch ist Beltane ein Schwellenfest. Es markierte den Übergang von der dunklen in die helle Jahreshälfte. Das Vieh wurde zwischen Feuern hindurchgetrieben, um es zu reinigen und zu schützen. Menschen sprangen über Flammen, tanzten, liebten, ehrten die Kraft der Verbindung. Heute liegt über all dem ein Schleier – aus Halbwissen, Romantisierung oder Esoterik.

Dabei pulsiert darunter noch immer das, worum es immer wirklich ging: Lebenskraft. Berührbarkeit. Schöpfung.

Was wäre, wenn wir Beltane nicht inszenieren, sondern fühlen würden? Nicht als Hexenparty – sondern als Einladung zur Lebendigkeit. Nicht als Fruchtbarkeitsklischee – sondern als Würdigung schöpferischer Kraft in jeder Form.

Mai – die Mitte des Frühlings

Zyklisch betrachtet steht also der fünfte Vollmond für die Mitte des Frühlings. Es ist die Zeit des „zweiten Viertels“ im Mondrhythmus – die Phase der Fülle, des Wachsens, des Sichtbarwerdens. Was wir im Inneren gesät haben, beginnt zu treiben. Wir spüren Aufbruch, aber auch Reibung. Das Alte wirkt noch nach, das Neue fordert Mut. Die Energie dehnt sich – nicht ohne Spannung.

Frage dich:

  • Was will in mir wachsen?
  • Was braucht meine Hingabe – was meine klare Grenze?
  • Wo darf ich mich zeigen – echt, verletzlich, kraftvoll?

Was uns diese Zeit lehren will

Wenn wir auf Muttertag, Beltane und diese Frühlingszeit blicken, spüren wir: Sie alle tragen eine Kraft in sich, die weit über äußere Gesten hinausgeht. Es geht um das Leben selbst – darum, was durch uns wirken will, was genährt, gehalten, geschützt und auch losgelassen werden darf. Und es geht darum, wie wir als moderne Menschen diese alten Bilder und Symbole wieder mit Bedeutung füllen können.

Diese Tage führen uns in Berührung mit unserem Ursprung. Sie zeigen uns, was es heißt, Mensch zu sein – mit all der Verletzlichkeit, Sehnsucht, Gestaltungskraft und Liebe, die darin liegt. Vielleicht ist es genau das, was wir brauchen: Räume, in denen wir uns an das erinnern, was uns wirklich nährt. Und vielleicht dürfen wir neu spüren, was es eigentlich heißt zu feiern – nicht, weil es im Kalender steht, sondern weil wir innerlich berührt sind. Weil etwas uns ruft, das mehr ist als Konsum, mehr als Pflichterfüllung, mehr als eine vorgegebene Rolle. Echte Verbindung, lebendiges Bewusstsein, gelebte Wahrheit – darum könnte es gehen.

Ein letzter Gedanke für diesen Moment

Dieser Mai lädt dich ein, die alten Feste nicht einfach nur zu feiern – sondern zu leben. Nicht inszeniert für andere, sondern verbunden mit dir und dem Ursprung, den sie in sich tragen. Nicht laut, sondern echt.

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Eine Herzensumarmung zu dir

Monika

 

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